"Jnnerlicher Gebrauch: Simeon Sethi schreibet/ dass die saure Aepffel den jenigen gut seyn/ welchen der Mage von vieler Feuchtigkeit verderbt ist. Welche einen Weinechten Geschmack haben/ sind auch dem Magen gut/ erfrischen denselbigen/ seyn eines anmutigen Geschmacks/ werden nützlich in den Fiebern im Mund gehalten/ denselbigen darmit zu erfrischen. Es werden auch die Sauweräpffel in Butter gebraten/ unnd den Krancken dargereichet/ ist jhnen ein liebliche Speiss. Die süssen Aepffel erweichen etwas den Leib/ und laxiren/ bekommen wol den jenigen/ so einen kalten Magen haben/ unnd von giffthigen Thieren gebissen seyn. Fast alle Aepffel haben die Eygenschafft/ so man den aussgepressten Safft mit ein wenig Saffran vermischet unnd trincket/ widerstreben sie dem Gifft/ und treiben die Wärm auss dem Leib.
Eusserlicher Gebrauch: Ein süsser Apffel unter heisser Aschen gebraten/ unnd uber das Aug gelegt/ stillet die Schmertzen und Wehetagen desselbigen: Zu dem stechen der Seiten thut man in ein süssen Apffel gestossenen Weihrauch/ lesset jhn unter der Aschen braten/ und legt jhn uber. Es wirdt auch darauss die wolriechende Salb POMADA genant/ gemacht. "
(Tabernaemontanus Kräuterbuch, 1613)