"Es scheint , als ob die Griechen schon frühzeitig
den Apfelbaum [Pyrus Malus L.] cultivirt und mehrere
Varietäten desselben gekannt haben. Thcophrast führt
deren mehrere an. Auch Diphilus spricht von einigen;
die grünen und unzeitigen hält er für schädlich, indem
sie Galle erzeugen, somit Fieber und andere
Krankheiten hervorbringen ; die süßen , reifen aber
hält er für zuträglich. Saure Aepfel setzt er hinzu machen
böse Säfte und sind adstringirend. — Die Hippokratiker
unterscheiden gleichfalls schon süße und saure
Aepfel; die ersteren würden schwer, letztere aber,
wenn sie reif sind, minder schwer verdaut. Die wilden
oder Holzapfel seyen stopfend , gekocht aber wirkten
sie auf den Stuhlgang. Dem Aepfelsafte werden
diuretische Kräfte zugeschrieben , auch stille er das
Erbrechen, was schon von dem Geruche gelte. Den
Asthmatischen wird der Aepfelsaft besonders empfohlen. Bei fieberlosen Durchfällen wird ein aus Aepfeln
bereiteter Trank angerathen und in Fiebern
ein solcher aus wohlriechenden , süßen in Wasser macerirten
Aepfeln bereitet , empfohlen."
(J.H.Dierbach: Die Arzneimittel des Hippokrates, 1824)