"Marrubium vulgare
"Das Kraut, welches unter dem Namen Herba Marrubii albi von dieser Pllanze in den Arzneyvorrath
aufgenommen worden ist, soll, so wie das ganze Gewächs , mit der Ballota nigra verwechselt werden können; jedoch das weißliche Ansehen des ganzen Gewächses, weshalb es auch unter dem Namen Marrubium album in die Pharmacologie aufgenommen wurde
unterscheidet es beym ersten Blick.
Es besitzt einen gewürzhaften, etwas moschusartigen Geruch und einen scharfen, etwas salzigen und bittern
Geschmack, was wohl auf kräftige Eigenschaften schließen lässt. Ältere Ärzte haben es auch schon als
reizendes und sehr wirksames Mittel gerühmt. Man hat es bey chronischen Katarrhen, im Asthma und in
gewissen Fällen bey Schwindsüchten mit Nutzen angewendet, so wie auch bey Anschwellung und Verhärtung
der Leber, in der Gelbsucht und Verschleimung des Darmkanals. Man giebt entweder den Aufguss oder das
Extract, noch besser aber den frisch ausgepressten Saft. Vorzüglich wirksam sollen die jungen Sprossen sich
erwiesen haben."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Elfter Band. 1830)