"[III.109. - Prasion] - Marrubium catarifolium (Labiatae), Marrubium vulgare (Labiatae) - Gemeiner Andorn
Das Prasion [Einige nennen es Eupatorion, Andere Phyllophares, Tripedilon,
Kamelopodion, Philopolis, die Aegypter Asterope, die Propheten Ochsenblut, auch Aphedros oder Samen des Horus, die Römer Marrubium, auch
Labeonia, die Afrikaner Atierberzia] ist ein vielzweigiger Strauch aus einer
Wurzel, etwas rauhaarig, weiss, mit vierkantigen Zweigen. Das daumengleiche Blatt ist rundlich, dicklich, gerunzelt und schmeckt bitter. Der
Same steht in Abständen an den Stengeln, auch die rauhaarigen Blüthen
stehen wie in Quirlen. Es wächst an wüsten Orten und auf Schutthaufen.
Seine Blätter sammt den Samen mit Wasser gekocht oder grün zu Saft
ausgepresst werden mit Honig den an Phthisis, Asthma und Husten Leidenden gegeben, mit zugemischter trockener Iris fahren sie auch den
dicken Schleim aus der Brust. Sie werden auch den Frauen verordnet,
denen die Reinigung fehlt, um die Menstruation und die Nachgeburt zu
befördern, ebenso auch denen, die eine schwere Geburt haben, ferner
denen, die von giftigen Thieren gebissen sind und die Gift geschluckt
haben. Der Blase aber und den Nieren sind sie nicht zuträglich. Die
Blätter mit Honig als Kataplasma reinigen schmutzige Geschwüre, halten
Pterygien und fressende Geschwüre auf und lindern Seitenschmerzen.
Der durch Auspressen der Blätter bereitete und in der Sonne eingeengte
Saft leistet dasselbe. Er schärft auch das Gesicht, wenn er mit Wein
und Honig als Salbe gebraucht wird. Er beseitigt ferner auch die Gelbsucht durch die Nase, und ist ein gutes Mittel bei Ohrenschmerzen, wenn
er für sich allein oder mit Rosenöl eingetröpfelt wird."
(Dioskurides: Materia Medica, Übersetzung von Julius Berends, 1902)
"[V.58. - Andornwein]
Der Wein aus Andorn. Zerstosse die Blätter vom blühendem Andorn und gib 2 Choinix in 1 Metretes Most, weiter verfahre wie gewöhnlich. Er ist ein gutes Mittel gegen Brustbeschwerden und solche Leiden, wogegen auch der Andorn dient."
(Dioskurides: Materia Medica, Übersetzung von Julius Berends, 1902)