Cyclamen europaeum (Cyclamen purpurascens)
"In früheren Zeiten sammelte man die Wurzel als Radix Cyclaminis , was jetzt wohl selten zum arzneilichen Gebrauche geschieht. Sie besitzt einen, anfangs süßlichen, später aber scharfen, widrigen Geschmack, der von einer flüchtigen Schärfe herrührt, die sich durchs Trocknen und Einwirkung von Hitze verliert. Die frische Wurzel und der aus ihr gewonnene Saft bewirken heftiges Purgiren und Erbrechen, ja selbst blutige Stühle, Entzündung des Darmkanals und den Tod. Es werden ihnen zertheilende, wurmwidrige, harn- und schweißtreibende und hautreinigende Eigenschaften zugeschrieben. Man benutzte deshalb sowohl die Wurzel als den Saft gegen Wassersüchten, Menostasien, Kröpfe, Geschwülste, Milzverhärtungen, Asthma, Gelbsucht und Hautkrankheiten. Der frische Saft wurde, um zu eröffnen oder Brüche zu reponiren, in den Unterleib eingerieben, auch brauchte man ihn gegen Mundfäule uud Nasenbluten, und setzte ihn zwei sehr zusammengesetzten Salben, dem Unguentum de Arthanita minus seu Unguentum solutivum und dem Unguet. d. Arthanita majus zu. Die trockene Wurzel gab man zu 1 Dr. p. D. und zum Aufguss 1/2 Unz. Das mittelst Essig oder Weingeist bereitete Extract reichte man von 1 Skr. — 1/2 Dr."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Dreizehnter Band, 1837)