Rumex alpinus
"Unter dem Namen Mönchsrhabarber (Rhabarbarum Monachorum) wird von vielen
Schriftstellern die Wurzel von Rumex alpinus aufgeführt. Einige
verstehen darunter aber auch die Wurzel von Rumex aquaticus oder Rumex Hydrolapathum. Es
ist in der That nicht möglich zu entscheiden, welcher der angegebenen Arten diese Benennung zukomme,
und wo diese überhaupt herrührt. Weder Dioscorides noch sein Commentator Matthiolus
haben darüber etwas. Wahrscheinlich hat sich daher, weil die Mönche (besonders in den Gebirgsgegenden)
in den Klostergärten diesen Rheum- ähnlichen Ampfer baueten, der Namen Mönchsrhabarber
im Mittelalter im Munde des Volkes gebildet und ist dann von den Schriftstellern ins Lateinische
übersetzt worden, ohne dass sie grade immer denselben Begriff damit verbunden hätten (so gut wie
Butterblume beim Volke bald Leontodon bald Caltha bedeutet). ...
Eigne Erfahrungen über die Wirkung des Rumex alpinus haben wir nicht, können auch aus
den oben angegebenen Gründen nichts Zuverlässiges darüber bei den Schriftstellern erwarten. Jedoch
ist aus der Stärke der Wurzel und aus den, schon an Rheum erinnernden botanischen Eigentümlichkeiten
des ganzen Gewächses zu schließen, dass die Wurzel nicht ganz unwirksam sei, obwohl sie gewiss
lange nicht ein echtes Rheum ersetzt."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Dreizehnter Band, 1837)