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"[IV.23. - Ochsenzunge] - Anchusa tinctoria (Asperifoliaceae) - Färberochsenzunge
Die Anchusa, welche Einige Kalyx, Andere Onokleia [Katanchusa, Libyka, Archibellion, Alkibiadion, Onophyllos, Porphyris, Mydusa, Salyx, Nonea, die Afrikaner Buinesath] nennen, hat dem scharfblättrigen Giftsalat ähnliche, behaarte, rauhe, dunkle, zahlreiche Blätter, welche von allen Seiten aus der Wurzel hervorkommen und am Boden liegen, sie sind dornig. Die fingerdicke Wurzel ist bluthroth, die im Sommer wachsende färbt auch die Hände. Sie steht in Gegenden mit gutem Boden. Die Wurzel ist adstringirend, ein gutes Mittel bei Brandwunden und alten Geschwüren, wenn sie mit Wachs und Oel gekocht wird. Sie heilt, mit Grütze umgeschlagen, roseartige Entzündungen, und weisse Flecken und Aussatz im Kataplasma mit Essig. Im Zäpfchen eingelegt zieht sie den Embryo heraus. Ihre Abkochung wird bei Gelbsucht, Nierenleiden, Milzsucht den Fiebernden mit Honigmeth gegeben. Die Blätter, mit Wein getrunken, stellen den Bauch. Die Salbenhändler gebrauchen die Wurzel zum Verdichten der Salben."
(Dioskurides: Materia Medica, Übersetzung von Julius Berends, 1902)