"Alchornea latifolia
"Die echte Alcornocorinde kommt in großen, zwey bis fünf Linien dicken, rinnenförmigen
Stücken vor, an denen sich zuweilen noch die Oberhaut findet, welche aus dem Birkenweißen mehr
oder weniger ins Braune fällt. Unter ihr liegt die eigentliche Rindensubstanz, der dickere Theil
der ganzen Rinde, welche unregelmäßig zerrissen, nicht selten fast korkartig und
rostbraun, im Bruche nach Innen aber körnig, matt und kastanienbraun ist, und tiefer hinein etwas
blasser wird, wobey sie sich in ein grauliches Rostbraun zieht. Alsdann folgt der Bast, der,
wenn er nicht beym Trocknen dunkler geworden ist, schmutzig- ockergelb erscheint, und zuweilen
auch wohl etwas Splint an sich trägt. ...
Vor mehreren Jahren wurde diese Rinde als sicheres Heilmittel in der Schwindsucht empfohlen;
sie hat aber den erregten Erwartungen nicht entsprochen, und ist daher fast wieder in
Vergessenheit gerathen."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Zehnter Band. 1827)