" Cajunierenbaum, Anacardium occidentale L.
ein in Malabar, Zeylon, Neugujana, Brasilien, Jamaika, und den caribischen Inseln wachsender Baum mit umgekehrt eirunder Frucht, und an den Astspitzen stehenden Blumentrauben.
Ueber der fleischigen, weinsäuerlichen, birnförmigen Frucht sitzt oben auf die zu uns kommende Nuß (Elephantenlaus, anacardium occidentale), welche nierenförmig, etwas platt, unten erhabner, glatt, braun, und ungefähr einen Zoll lang ist. Innerhalb dieser Schale liegt zwar ein ebenfalls nierenförmig gestalteter mit einem braunen Oberhäutchen bekleideter, süßer, mandelartiger Kern, die Zwischenräume aber zwischen diesem Kerne und der äussern Schale sind mit einem Zellgewebe angefüllt, woraus (selbst wenn diese Samen mehrere Jahre gelegen haben,) ein dickliches braunes Oel dringt, welches beim Kosten Lippen und Mund anfrißt, auf der Haut Blasen zieht, und wovon die Flecken schwer aus der Leinwand zu bringen sind.
Die dortigen Einwohner bedienen sich dieses Oels, um harte Auswüchse am Körper, skirrhöfe Geschwülste, wildes Fleisch in Geschwüren, Warzen und Hüneraugen wegzubeitzen. Man bringt auch Schwinden und Freßflechten (herpes) damit hinweg. Bei uns wird nichts davon gebraucht; gewisser alter Kompositionen wegen ist sie noch in Apotheken übrig geblieben. "
(Samuel Hahnemann: Apothekerlexikon von 1793)

"Anakardienherznuß, Semecarpus anacardium L.
ein in dürren Waldungen Ostindiens einheimischer hoher Baum, dessen Früchte (anacardium, anacardium orientale) in alten Zeiten zu einer wunderlich zusammengesetzten Latwerge (confectio anacardina) kamen, von der man mit größter Unwahrscheinlichkeit Gedächtniß stärkende Tugenden erwartete.
Diese Frucht ist etwa einen Zoll lang, platt herzförmig, und hat eine doppelte Schale, nämlich eine innere dünne, braunröthliche, welche einen weißen, milden, süßlichen, mandelartigen Kern einschließt, und eine äussere schwarzglänzende. Der Zwischenraum zwischen beiden Schalen enthält in einem zellichten Gewebe einen zähen schwärzlichten Saft, womit die Indianer unauslöschliche schwarze Merkmale in ihrer Wäsche zeichnen. Er ist äusserst scharf und fressend; die Alten haben Muttermähler, Schwinden und Drüsenknoten damit weggebeizt.
Es ist sichtlich, daß diese Drogue uns völlig überflüssig ist. "
(Samuel Hahnemann: Apothekerlexikon von 1793)