"Ueber die Balsamstaude und ihr Vaterland hat
kürzlich Sprengel interessante Notizen gesammelt.
Nach Dioscorides wächst sie nur in einem Thale von
Judäa , aber auch in Aegypten. Strabo gibt sie an den
Seeküsten des Landes der Sabäer, an dem See Genezareth und vorzüglich bei Jericho an. Auffallende Fabeln von
Schlangen unter den Balsambäumen in Arabien erzählt
Pausanias.
Den Balsam dieses Strauchs,
doch wahrscheinlich verfälscht , hatte man sonst in unsern
Ofiicinen unter dem Namen Mekkabalsam, oder
Balsam von Gilead. Amyris Gileadensis L. oder
Amyris Opobalsamum L. wird für die ihn liefernde
Pflanze gehalten.
In den hippokratischen Schriften kommt er nur einmal vor, wo er zum Beräuchern
bei Krankheiten des Uterus empfohlen wird."
(J.H.Dierbach: Die Arzneimittel des Hippokrates, 1824)
"Auch die Myrrhe gehört zu denjenigen Mitteln, die
den ältesten Völkern und in den frühesten Zeiten bekannt
waren ; demungeachtet ist ihre Naturgeschichte
selbst bis auf den heutigen Tag noch nicht gehörig
aufgeklärt, indem wir den Baum nicht zuverlässig kennen,
der die Myrrhe liefert. Gewöhnlich gibt man
Amyris Kataf Forsk. dafür an. Schon zu den Zeiten
des Hippokrates kamen mehrere Sorten der Myrrhe
in den Handel, denn es wird bald die von selbst ausgeflossene
, bald die vorzüglichste oder beste
zu nehmen angerathen.
Hippokrates gab die Myrrhe mit Piniennüssen in
einem Linktus bei Brustkrankheiten ; man gebrauchte
sie bei Augenkrankheiten , bei hysterischen Zufällen und besonders häufig zur Heilung der Geschwüre so wie der Wunden . Bei Schnupfen ließ
man Myrrhe mit Honig auf Leinwand in die Nase bringen; auch diente sie zum Reinigen der Zähne.
Endlich ließ man bei Weiberkrankheiten damit räuchern , auch sie in Mutterkränzen beibringen."
(J.H.Dierbach: Die Arzneimittel des Hippokrates, 1824)